brauner Osten

Wie gefährlich ist der braune Osten?

Ich hör jetzt ab und an Deutschlandfunk und da habe ich vorhin echt aufgeschnappt, dass irgendwer offizielles aus der Politik gesagt hat, dunkelhäutige Touristen (war wohl mit Bezug auf die Fußball-WM) sollten bestimmte Regionen oder Städte in Ostdeutschland lieber meiden. Es gäbe kleine Städte in Brandenburg, in die man als Schwarzer besser nicht geht, denn man kommt vielleicht nicht lebend wieder raus.

Also auf den Wortlaut könnte ich jetzt nicht schwören, aber ich hab ganz sicher nicht übertrieben, das war echt sehr drastisch formuliert. Und ich muss sagen, ich war echt geschockt. Wie kann man so etwas als Politiker öffentlich sagen? Ich hab da vorhin schon ein wenig drüber diskutiert und gehört: ‘Wieso? Wenn es nun mal so ist!? Wir sind hier in Sachsen, wo die NPD im Landtag sitzt.’

Ja, mir ist bewusst, dass es ziemlich schlimm ist, was das angeht, aber ich bin echt entsetzt, wie man das einfach so raushauen kann!! Ich meine, ich will nicht, dass, wenn solche Situationen da sind, die einfach geleugnet werden. Aber ich finde, wenn man das schon so heftig in der Öffentlichkeit feststellen muss, wenn man die Leute warnen muss, ist es Zeit, mal richtig was zu tun. Also auch und gerade von öffentlicher Seite! Wir (also wir als Land, Nation, die herrschenden Politiker, was weiß ich) können doch nicht dieses arge Problem erkennen und nichts dagegen machen!! Das ist doch wie weglaufen und … mir fehlen schon fast die Worte. Ich meine, ich bin nicht ausgesprochen (oder ausgesprochen nicht) stolz auf Deutschland, aber ist es nicht normalerweise so, dass dann was unternommen wird? Wir haben doch auch nicht gesagt: Mist, scheiß Vogelgrippe, Leute, haltet euch von dem Federvieh fern.

Also echt, ich bin enttäuscht …

Eine Reaktion zu “brauner Osten”

  1. maja192

    Das ist schon schlimm, da geb ich Dir recht. Aber vermutlich ist das überall auf der Welt so. Geh als Deutscher nach England;-) Rassismus gibts ja von beiden Seiten. In bestimmten schwarzen Gegenden sollte man sich ja als Weißer manchmal auch nicht blicken lassen.

    Das Problem auf den angesprochenen Dörfern ist doch, dass die keine Perspektiven haben, keine Jugendgruppe, keine Pfadfinder… Dann kommt wer, der ihnen einen Clubraum gibt oder nen Sportplatz und als Gegenleistung nur will, dass man sich die Haare rasiert und hübsche Stiefel anzieht. Wenn man von zu Hause nicht eine große Portion “wir sind gegen Nazis” mitgekriegt hat, wie soll man sich dem dann entziehen? Und Aggressionen kann man doch toll mit Schlägen abbauen…

    Was der Staat tun kann? Mehr Geld in Jugendarbeit stecken. Gerade im Osten, wo die Jugendarbeit nach der Wende ja gegen Null gegangen ist. Auch wenn ihr lacht: Her mit den katholischen Pfadfindern! Können auch evangelische oder sonstwelche sein, aber die Pfadfinderei ist schon was tolles.

    Was wir tun können? Gruppenleiter werden!

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